Ein großes Dankeschön für 101 Jahre Sozialarbeit von Frauen für Frauen, ausgesprochen von zwei Männern am Altar. Weihbischof Josef Holtkotte, Paderborn, und Pfarrer Torsten Roland zelebrierten in der St. Pankratiuskirche gemeinsam das Pontifikalamt zum Jubiläum des Sozialdienstes katholischer Frauen Gütersloh e.V. (SkF).
„Sie setzen Glauben in die Tat um,“ würdigte der Weihbischof in seiner Predigt die „beeindruckende Arbeit“ des SkF und die Vielfalt der Unterstützungsangebote. Dabei nahm er Bezug auf den Leitspruch des Vereins: „Engagiert mit Haltung“.
Eine geradezu familiäre Atmosphäre prägte am 3. Dezember den Gottesdienst in der gut besuchten Stadtkirche. Zahlreiche Mitstreiterinnen, Mitarbeiterinnen, Weggefährten und Partner aus den unterschiedlichsten weltlichen und kirchlichen Bereichen waren gekommen, um mit den „katholischen Frauen“ gemeinsam das Jubiläum zu feiern – ein Zeichen der ungeteilten Wertschätzung, ebenso wie Beleg für ein tragfähiges soziales Netzwerk, das für Menschen in Krisen und Notsituationen in Gütersloh arbeitet.
Daran hat der SkF einen erheblichen Anteil: Allgemeine Sozialberatung, gesetzliche Betreuung, Schwangerschaftsberatung, Hilfen für Alleinerziehende, Eltern-Kind-Gruppen, ein Geburtslotsendienst, ein Café und zwei Second-Hand-Läden (für Kinder und Erwachsene) gehören zum breitgefächerten Angebot, das im Haus Unter den Ulmen 23 mit zwölf hauptamtlichen und einer großen Anzahl ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen gestemmt wird.
Ehrenamtlich arbeitet auch der Vorstand mit Dr. Ursula Pantenburg (Vorsitzende), Birgit Poggenpohl und Jutta Schmitz-Bücker, seit fast 15 Jahren ein gut eingespieltes Team.
Eigentlich hätte die Jubiläumsfeier bereits vor einem Jahr stattfinden sollen, am gleichen Tag fand jedoch die Beerdigung von Elmar Quante, dem ehemaligen geistlichen Begleiter des SkF, statt.
In ihrer Ansprache erinnerte Ursula Pantenburg im Jahr 101 an die Gründungsversammlung am 3.Dezember 1924, als sich 36 Gütersloher Frauen zum „katholischen Fürsorgeverein“ zusammenschlossen. Ihr Kerngeschäft: Vormundschaften, Pflegschaften für minderjährige Kinder und Unterstützung in Not geratener Familien. Starke Frauen, wie die resolute Änne Böckmann, nach der in Gütersloh eine Straße benannt ist, oder Margarete Potthoff - von 1984 bis 2011 SkF-Vorsitzende, Ratsfrau und Vorsitzende auf Diözesanebene - haben „die Entwicklung des Vereins hin zum anerkannten Frauenfachverband für soziale Arbeit“ maßgeblich geprägt. Zur „Liga engagierter Frauen“ zählte Ursula Pantenburg aber auch die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in der täglichen Arbeit, an die sich ihr besonderer Dank richtete.
Für den Kreis Gütersloh überbrachte der neue stellvertretende Landrat Detlef Kroos Glückwünsche, Dank für „101 Jahre Verlässlichkeit gelebter Nächstenliebe“ und die Zusicherung, dass für die nächsten fünf Jahre die Förderung durch Kreis und Land gesichert sei. Sozial-Beigeordneter Henning Matthes lobte als Vertreter der Stadt Gütersloh die hervorragende Zusammenarbeit: „Ihre Arbeit überzeugt durch Nähe zu den Menschen.“ Für Yvonne Fritz, SkF-Vorständin auf Bundesebene, ist diese Arbeit „essentiell für die Glaubwürdigkeit und Weiterentwicklung der Kirche.“ „Brennen Sie weiter für Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit,“ rief sie den Kolleginnen als Jubiläumswunsch zu.
Dass auch über die tägliche Arbeit hinaus ein enger Zusammenhalt im Gütersloher Sozialdienst katholischer Frauen besteht, bewiesen die Mitarbeiterinnen mit einer musikalischen Geste. Als Projektchor gestalteten sie den Gottesdienst mit und intonierten mit Kantor Donatus Haus am Piano „Oh Happy Day“ und das dreistimmige "Raise your hands". „Engagiert mit Haltung“ – das galt auch für diesen Beitrag, für den es in der Kirche einen Extra-Applaus und im Anschluss begeisterte Rückmeldungen gab.
Im Anschluss an den Gottesdienst wurde im Pfarrheim mit rund 100 Gästen weitergefeiert: mit noch mehr Musik, Unterhaltung und viel Gutem für Leib und Seele.